Dekans Kirche des St. Fabian und St. Sebastian

Die erste Erwähnung über Reichstadt stammt aus dem Jahr 1315. In Anbeginn

stand die Kirche in der Nähe des heutigen Schlosses (auf dem Gelände der

heutigen Top – Gartenterasse). Die, in der wir jetzt stehen, ließ in den sechziger

Jahren des 16. Jahrhunderts der damalige Gutsherr Zbynek Berka von Dauba erbauen. Zusammen mit seiner Gemahlin, Kindern und einigen Verwandten ist er in der Gruft beigesetzt. Einige Berkas Grabsteine befinden sich um den Altar (Zbynek, seine Gemahlin Veronika von Lobkowitz und deren drei Kinder, die in der Kindheit gestorben sind). Die Gruft wurde während des Dreißigjährigen Krieges ausgeraubt.

In der Barockzeit bereicherte die Kirche mit der Reliquie des Heiligen Felix (Seitenaltar rechts vom Hauptaltar) die bedeutsame Gutsbesitzerin Anna Maria Franziska, Prinzessin von Sachsen – Lauenburg, und durch Heirat nacheinander Pfalzgräfin von Neuburg und Großherzogin der Toskana. Die Großherzogin mit ihrem ersten Gemahl, Pfalzgrafen Philipp Wilhelm, und mit beiden Töchter aus dieser ersten Ehe (Leopoldine, die starb in der Kindheit, und Maria Anna Karoline) ruht in der zweiten Gruft (links vom Presbyterium).

Im Jahre 1863 -1865 wurde die Kirche in die neugotische Form umgebaut, wobei eine Reihe von Originalelementen aus dem 16. Jahrhundert verwendet wurden. Die Kostspielige Investition finanzierte der damalige Inhaber des Großgutbesitzes und Schlosses in Reichstadt, Ferdinand I./V. der Gütige. Das Projekt wurde von seinem Bauinspektor Karl Pranter ausgearbeitet und nachfolgend bekam die Kirche eine neugotische Ausstattung, welche fast vollständig bis zum heutigen Tag erhalten blieb.

Das Bild auf dem Hauptaltar wurde von Josef Adalbert Hellich gemalt, die Statue des St. Josef mit Jesus und St. Johannes d. Täufer auf dem Hauptaltar schuf Eduard Veselý (Wessely), damals ein berühmter Prager Bildhauer, welcher aus dem nahe gelegenem Bürgstein b. Böhmisch Leipa stammte. Ins Presbyterium von beiden Seiten herabblicken die Fenster der kaiserlichen Kapelle, zu der von außen ein separater Eingang führt.

Die Kirche wurde nach dem Wiederaufbau feierlich wiedereröffnet am Geburtstag der Gemahlin des Kaisers Ferdinand, Kaiserin Maria Anna, am 19. September 1865.

Nur noch ein Schlusswort, in der Zwischenkriegszeit wurden die bleiverglaserten Fenster installiert

Text: Mgr. Martin Aschenbrenner

Die römisch-katholische Pfarrei Reichstadt

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